Letzte Änderung: 24.08.2016

Tempora mutantur, nos et mutamur in illis
(Die Zeiten ändern sich und wir mit Ihnen)

Als Übersetzung findet man sowohl "Die Zeiten ändern sich" als auch "Die Zeiten ändern mich". Ändern sich wirklich die Zeiten oder ändern die Zeiten die Menschen ? An nichts läßt sich die Veränderung mehr festmachen als an der Sprache ! Ich erinnere mich daran, daß mit in einer Deutscharbeit der Begriff Portemonnaie angestrichen wurde mit der Begründung, daß es dafür deutsche Worte wie Geldbörse gäbe. Mittlerweile ist "Denglisch" fast eine eigene Sprache, die man beherrschen muß, um "up to date" zu sein oder zumindest den Eindruck zu erwecken.


Zitat des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Breuer :

Sobald wir das logo von den Aufsichtsräten bekommen haben, werden die businesse (Bisinisse!) zusammengebracht, dann wird ein gemeinsamer business-plan entwickelt, ein jobprofile (sprich Profeil) verabschiedet, und dann wird entschieden: wer macht den Job".


Wieviel mehr Verständnis für die deutsche Sprache hatte da der Hamburger Kultursenator Landahl ! Nachstehend ein Auszug vom 12. 3. 1952 aus




"Nebelhaft
sind oft die Begriffe, mit denen wir umzugehen pflegen. Man merkt es meistens nur nicht, weil man sich selbst nicht auf die Probe einer exakten Aussage stellt. In einer kleineren Runde stand jüngst nach einem Vortrag ein Zuhörer auf und fragte, was er sich eigentlich, genau genommen, unter dem viel gebrauchten Wort Integration vorstellen solle. Und es zeigte sich, daß kaum einer es wußte. Als der Hamburger Kultursenator Landahl dieser Tage in Bonn im Kreise von einigen Presseleuten saß, kam er ebenfalls auf die Sucht zu sprechen, mit Begriffen zu hantieren, die vielen Menschen im Grunde unklar seien. Da er sich selbst vor solcher Unsitte bewahren wolle, habe er sich angewöhnt, vor einer Rede sich deren Gedankengang im Stillen auf Plattdeutsch herzusagen. Da sei es aus mit allen nebelhaften Sprachgebilden. Was er sagen wolle, werde dann für jeden verständlich und klar. Das Rezept sollte man sich merken. Es braucht ja nicht nur auf Plattdeutsch angewandt zu werden."

Wieviel Weisheit steckt hinter dieser Aussage ! Und wie wohltuend hebt sich die Formulierung dieses Artikels von dem "verquasten Eliten-Deutsch" eines Herrn Breuer ab ! Oder nutzen heute vielleicht Politiker und sogenannte Manager diese Verunglimpfung der deutschen Sprache, um ihre Aussagen gegenüber dem Volk zu verschleiern ?



Interessanter Link zu englischen Berufsbezeichnungen, die mehr und mehr auch im Deutschen Anwendung finden !