Letzte Änderung: 18.08.2017

Der Dummschwätzer !




Nachstehende Mail habe ich heute an das Bundespräsidialamt (E-Mail: bundespraesidialamt@bpra.bund.de) gesendet :

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
es gibt wenige Leute, die von mir behaupten können, daß ich leicht aufgebe. Aber nach nunmehr 100 Anmahnungen und Versuchen, eine Antwort auf meine Mail oder zumindest eine Empfangsbestätigung zu erhalten, werde ich meine Anmahnungen nicht weiter fortsetzen. Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis, daß ich auch meine Einladung zu einem "Kloster Urstoff" und Fettebrot nicht aufrechterhalte. Nehmen Sie es sich nicht zu sehr zu Herzen. Sie stehen mit Ihrem Verhalten nicht alleine. Wir haben während des nunmehr jahrelangen Kampfes um unseres Existenz eine Menge Muffengänger kennengelernt, die nicht den "Arsch in der Hose" haben, sich zu unserer Situation zu äußern, weil Sie die Befürchtung hatten, sich zu der einen oder anderen Seite bekennen zu müssen.

Trotzdem viele Grüße und alles Gute aus Bad Hersfeld
Karl Schaffert



Nachstehend die Gründe, die zu vorgenannter Mail geführt haben :

Haben die Deutschen zu wenig Interesse an Politik? Joachim Gauck meint ja. Im Exklusiv-Interview mit RTL sagt der Bundespräsident, es stimme ihn traurig, dass "einige Menschen das Gefühl hätten, gerade ihre Meinung sei nicht gefragt".
Er verlangt von den Bürgern mehr Interesse und Engagement.


Nicht nur aufgrund dieser Äußerung haben ich am 24. 11. 2014 nachstehende E-Mail an das Bundespräsidialamt gesendet :

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

mit Interesse verfolge ich Ihre Auftritte und die dazugehörigen Reden.

In Ihrer Rede zur Meisterfeier der Handwerkskammer ist mir inbesondere die nachstehende Passage aufgefallen :
"Nur wenn Menschen durch eigene Leistung, Ehrgeiz und Fleiß aufsteigen können, wenn nicht die Herkunft für den beruflichen Erfolg und die Verwirklichung von Lebensmodellen den Ausschlag gibt, nur dann werden wir in Deutschland die Potentiale entfalten können, die bislang noch verborgen sind."

Obwohl ich nicht immer einer Meinung mit Ihnen bin, muß ich Ihnen in diesem Falle jedoch bedingungslos zustimmen. Das Engagement, insbesondere jüngerer Leute, die sich trotz aller zu erwartenden Nachteile, die eine Selbständigkeit mit sich bringt, versuchen, sich ihre eigene Existenz aufzubauen, ist nicht hoch genug zu würdigen und ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft.

Leider bleibt es seitens der Politik oftmals bei Lippenbekenntnissen. Wenn in diesem Land ein junger Mensch, der sich selbständig gemacht hat, durch die Hausbank in die Insolvenz getrieben wird, bleiben unsere Politiker in der Regel im Verborgenen.

Im Anhang erhalten Sie ein Schreiben, das die Realität einer Existengründung widergibt, ohne daß man seitens der Politik irgendwelche Unterstützung erfahren konnte. Ihre Meinung dazu würde mich interessieren. Bitte vermeiden Sie jedoch Schreiben mit der Formulierung "Der Herr .............. hat mich gebeten, auf Ihre Anfrage zu antworten...". Schreiben dieser Art liegen uns in ausreichender Anzahl vor.

Bitte bestätigen Sie mir den Erhalt dieses Schreibens.

Mit freundlichen Grüßen aus der Festspielstadt Bad Hersfeld
Karl Schaffert


Den Anhang zur Mail finden Sie unter der Abbildung des Schreibens !



Nachdem ich nach 27maliger (siebenundzwanzig) Anmahnung weder eine Antwort noch eine Empfangsbestätigung meiner E-Mail erhalten habe, habe ich meine Mail, wie nachfolgend, ergänzt :

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

aufgrund Ihrer Rede zur Meisterfeier der Handwerkskammer habe ich Ihnen am 24. 11. 2014 eine Mail zukommen lassen, mit einem Anhang, der einen kurzen Überblick über die Erfahrungen eines Existengründers von der Gründung bis zur Insolvenz gibt. Auch unter dem Hintergrund, daß Sie zu denen gehören, die bereit sind, Ihre Meinung zu äußern, auch wenn diese in gewissen Kreisen nicht immer Anklang findet, bin ich davon ausgegangen, eine Stellungnahme zu erhalten. Leider ist dies bis heute, trotz 27maler Erinnerung, nicht geschehen.

Bei näherer Betrachtungsweise kann ich, wenn auch nur geringes, Verständnis für Ihre Weigerung, unsere Mail zu beantworten, aufbringen. Bei einer Antwort wäre es unausweichlich, daß Sie sich zu der einen oder anderen Seite bekennen. Daß es Ihnen schwer fallen würde, sich auf die Seite des Existengründers zu stellen, ist für mich bei Kenntnis Ihrer Rede zum 20. Deutschen Bankentag nachvollziehbar. Trotzdem glaube ich, daß maßvoll angebrachte Kritik für Sie weniger nachteilig wäre als für einen Existenzgründer, der sich mit gleicher Kritik unmittelbar den Repressalien der Banken aussetzt. Im übrigen stünden Sie ja mit Ihrer Kritik nicht alleine. Es gibt unzählige Fälle, in denen der Umgang der Banken mit Existenzgründern kritisiert wird.

Wenn man sieht, mit welchen Anstregungen und Mitteln sich die Bundesregierung bemüht, Existenzgründer zu fördern, so halte ich die geschilderten Erfahrungen für zu wichtig, um sie einfach zu ignorieren.

Ich empfinde die 25. Anmahnung als kleines "Jubiläum", das wir im engsten Kreis begehen möchten und lade Sie hiermit herzlichst (nach Terminvereinbarung) zu einem Fettebrot und einem Kloster Urstoff - Schwarzbier ein. Sollte ein Termin in nächster Zeit unpassend sein, können wir dies ggf. auch nach der fünfzigsten Anmahnung nachholen.


Mit freundlichen Grüßen aus der Festspielstadt Bad Hersfeld
Karl Schaffert


Ich habe am 24. 7. 2015 zum hundertsten Mal angemahnt und werde meine Anmahnungen nun nicht mehr weiter fortsetzen. Festzustellen bleibt, daß die Politik von den Bürgern mehr Interesse und Engagement fordert. Fordert der Bürger mehr Engagement von den Politikern, wird er leider oft ignoriert !



Dazu ein "Erlebnis" aus meiner Zeit als Auszubildender :

Als Auszubildender bei der AEG Kassel bekam ich mal einen Anruf aus dem Sekretariat des "obersten Bosses", der Herr Pelz möchte mich mal sprechen, wann ich denn Zeit habe. Sie können meine Verwunderung auf die Nachfrage verstehen, üblicherweise wird man, zumindest als Auszubildender, "einbestellt". Da ich jederzeit Zeit hatte, wurde ein Termin für 14.00 Uhr festgelegt. Ich fand mich also kurz vor 14.00 (Dr. Gliss / Alte Klosterschule Bad Hersfeld : "Des Klosterschülers Pünktlichkeit Uhr ist fünf Minuten vor der Zeit !") vor dem Sekretariat ein. Nach Anklopfen und kurzem Warten auf "Herein" teilte mir die Sekretärin mit, Herr Pelz befände sich noch in einer Besprechung, es könne noch fünf Minuten dauern ! Ca. 3 Minuten vor 14.00 Uhr kam ein Abteilungsleiter "hechelnd" um die Ecke und teilte mir mit, Herr Pelz habe ihn gebeten, ihn zu entschuldigen und mir mitzuteilen, daß es noch ca. fünf Minuten dauere.
Ca. drei Minuten nach 14.00 Uhr erschien Herr Pelz und entschuldigte sich bei mir (seinem Auszubildenden !) für die Verspätung. Unmittelbar danach wurde ich in das Geschäftszimmer gerufen. Herr Pelz erhob sich von seinem Sessel, knöpfte sein Jacket zu, kam um den Schreibtisch herum und bat mich, Platz zu nehmen, ging wieder zu seinem Sessel zurück, knöpfte sein Jacket auf und nahm Platz.
Auf meine Verwunderung über "solche Gebaren" erklärte er mir, es gäbe eine Form der Höflichkeit, die man jedem Menschen, unabhängig von seiner Funktion, entgegenzubringen habe.


Ich habe dieses Verhalten nie vergessen, auch nicht, als ich als Mitarbeiter der AEG Frankfurt nach Feierabend oftmals an der Trinkhalle eine Flasche Bier mit Obdachlosen oder "Pennern" getrunken habe. Ich habe dabei eine Menge Personen kennengelernt, hinter deren Charakter sich eine Vielzahl heutiger "Vorbilder" verstecken müßte.


Bezüglich der unabdingbaren Form der Höflichkeit scheint es bei unserem Bundespräsidenten bzw. dem Bundespräsidialamt nicht weit her zu sein, hätte es doch die Höflichkeit geboten, mir zumindest den Erhalt meiner Mail zu bestätigen.