Letzte Änderung: 23.09.2016



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Studie

Hier wohnen Deutschlands arme Kinder

Der wirtschaftliche Aufschwung geht an vielen Kindern in Deutschland vorbei. Neue Zahlen zeigen, dass fast jeder fünfte Minderjährige in einer armen Familie lebt. Durch den Flüchtlingsandrang dürfte sich das Problem noch verschärfen.

Als arm gelten nach gängiger wissenschaftlicher Definition Haushalte, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des sogenannten bedarfsgewichteten mittleren Nettoeinkommens beträgt. Für eine vierköpfige Familie (zwei Erwachsene, zwei Kinder unter 14 Jahren) liegt diese Schwelle derzeit bei einem verfügbaren Nettoeinkommen von weniger als 1926 Euro.

Nach dieser Definition ist die Armut von Kindern auch insgesamt in den ostdeutschen Bundesländern am stärksten verbreitet. Dem WSI-Forscher Eric Seils zufolge dürfte dies an der vergleichsweise hohen Arbeitslosigkeit liegen und vermutlich auch an der ebenfalls höheren Zahl von Alleinerziehenden. Dennoch hat sich die Lage zuletzt ein wenig entspannt - vor allem weil mehr Menschen eine Arbeit gefunden haben.



Sendung vom 18. 9. 2016


Vom Leben abgehängt - Kinderarmut in Hessen

Arme Kinder leben unbemerkt am Rande der Gesellschaft und haben kaum eine Chance aus dieser Situation wieder heraus zu kommen. Wenn das Geld nicht reicht, gibt es nicht nur zu wenig zu essen, zu wenig Kleider oder Freizeitmöglichkeiten. Oft leben die Kinder in extrem eingeengten Wohnverhältnissen. Sie haben keine Ruhe, um ihre Hausaufgaben zu machen. Wenn Sie in der Schule nicht mehr mitkommen, erfahren sie nicht genug Unterstützung.

Nicht selten landen sie dann in der Förder- oder Hauptschule. Gerade Kinder aus armen Verhältnissen werden oft gemobbt und ausgegrenzt. Deshalb fordern Fachleute und Hilfsorganisationen seit Jahren Konzepte zur besseren Unterstützung armer Kinder. Doch die Politiker tun sich schwer. Die Zahlen steigen stetig auch in Hessen: Landesweit waren im vergangenen Jahr 144.405 junge Menschen unter 18 Jahren betroffen. Die Kinder leben meistens in Familien, die Hartz IV beziehen. Spitzenreiter ist nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung die Stadt Offenbach. Jedes dritte Kind ist dort von Armut betroffen. Es folgen Wiesbaden, Kassel, Frankfurt und Darmstadt.
Mit der Anzahl armer Kinder wächst gleichzeitig auch die Scham, über die Not zu sprechen. Das haben wir in dieser Woche erlebt, als wir nach Familien suchten, um mit ihnen über ihre Situation zu sprechen.



Wie solidarisch ist Deutschland? –
Warum Arme arm bleiben und die Reichen reicher werden



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