Letzte Änderung: 17.11.2012

Lerne klagen, ohne zu leiden !

Wie leicht sind wir geneigt, zu klagen. Über unsere Gesundheit, über unsere finanzielle Situation, u.s.w. ! Dabei erinnere ich mich gern an die Zeiten in der Gaststätte "Zum Bubi", wenn nach entsprechendem Alkoholgenuss und Eintritt der Sperrstunde die Lichter ausgemacht wurden und selbst Leute, von denen man es nie erwartet hätte, zu philosophieren anfingen. Insbesondere an eine Begebenheit erinnere mich noch heute, und ich zitiere diese Aussage eines älteren Gastes auch heute noch oft :
"Wem geht es besser ? Demjenigen, der in einem piekfeinen Restaurant an seinem Rumpsteak rummäkelt oder demjenigen, der mit einem Stück Brot unter einer Brücke sitzt und mit sich und der Welt zufrieden ist ?" Sicherlich wissen Sie die Antwort, und trotzdem lohnt es sich, mal darüber nachzudenken.

Wenn wir uns heute über jedes Zipperlein beklagen, das in unserem Alter ganz selbstverständlich ist, dann sollten wir z. B. mal die Intensivstation einer Klinik besuchen. Ich bin sicher, daß es uns danach besser geht. Meine Mutter erwähnt oftmals ein "Gleichnis", das sie von Ihrer schon lange verstorbenen Schwiegermutter gehört hat :
Wenn jeder die Möglichkeit hätte, sein Päckchen mit Sorgen auf dem Marktplatz abzulegen und sich dafür das Päckchen eines anderen auswählen dürfte, dann kämen alle wieder mit ihrem eigenen Päckchen nach Hause !

"Der liebe Gott gibt einem nur soviel auf, wie man tragen kann !"


Zitat zum Thema REICHTUM :

Ein reicher Mann ist oft nur ein armer Mann mit sehr viel Geld.

Aristoteles Sokrates Onassis
griechischer Reeder (1906 - 1975)




Nachtehenden Artikel aus dem KLARTEXT fand ich zum Nachdenken :


Was ist Glück ?

Wir alle sind auf der Suche nach etwas, dass unserem Leben einen Sinn verleiht. Etwas das uns Mut macht, uns hilft unser Leben erfüllt zu führen. In den Buchläden stapeln sich die Bücher, die uns mit gutgemeinten Ratschlägen ein erfülltes Leben versprechen. Wir müssen nur anders Denken, anders Handeln, eine andere Haltung zum Leben einnehmen, unsere Wünsche ordnen, den richtigen Beruf finden, den richtigen Partner. Mag dies eine Zeitlang Glück und Zufriedenheit schenken, doch wie oft habe ich erlebt, dass der Spruch von Aldous Huxleys stimmt: „Die Decke gestriger Wünsche wird zum Boden heutiger Erwartungen". Wo liegt der Schlüssel zu diesem Rätsel?

Kennen Sie noch das Märchen von Hans im Glück? Hans ein einfacher Handwerker, der sich um Kopf und Kragen bringt. Für sieben Jahre Arbeit erhält er einen Goldklumpen. Ihn tauscht er ein für ein Pferd, das Pferd für eine Kuh, die Kuh für ein Schwein, das Schwein für eine Gans. Die Gans schließlich tauscht er für einen einfachen Feldstein. Der Stein fällt in einen Brunnen und Hans hat alles verloren. Für uns ist Hans der typische Verlierer, ein Looser würden wir heute sagen. Doch Hans ist glücklich! Bei jedem Tausch empfindet er Freude, weil es ihm eben nicht auf den Wert eines Gegenstandes ankommt – so wie bei einer bekannten Sparkassenwerbung (mein Haus, meine Auto, meine Frau...). Er ist frei von den Einschätzungen der anderen. Ja, er ist wirklich wunschlos glücklich, denn er hat nichts mehr außer sich selbst. Er verspielt scheinbar seinen Chancen, es im Leben zu etwas zu bringen. Er ist frei sich für das zu entscheiden, was nicht die Welt, sondern seine innere Stimme ihm sagt. Seine Freiheit ist die Freiheit der Seele und darum ist er glücklich. Die Bedürfnislosigkeit, die Jesus und viele spirituelle Menschen vorgelebt haben ist genau jene Haltung um im Leben sein Glück zu finden. Dabei geht es nicht um die Ablehnung sinnlichen Freuden und Errungenschaften.

Es geht um die Befreiung unseres Lebens von trügerischen Wünschen, als ob wir durch den Kauf eines Gegenstandes unseren Selbstwert heben könnten oder wir suchen nach dem Menschen, der uns von unseren Problemen befreien könnte. Aber wir können nicht von außen unser Glück ergreifen – nein das geht nur von innen aus uns heraus.

Maximilian Hetzel, Pfarrer in Iba und Weiterode